ABS-Kunststoff: Material, Oberflächen, Montage

Ein großer Teil der Anbauteile von CSR-Automotive – Cup-Spoilerlippen, Heckspoiler, Dachfinnen, Scheinwerfer- und Heckscheibenblenden, Side Blades und viele Seitenschweller und Heckansätze – besteht aus ABS-Kunststoff. Hier erfährst du, was das Material ausmacht, welche Oberflächen es gibt und worauf du bei Montage, Reinigung und Lackierung achten solltest.

Was ist ABS?

ABS steht für Acrylnitril-Butadien-Styrol. Die drei Bestandteile ergänzen sich: Acrylnitril macht den Kunststoff fest und chemisch beständig, Butadien macht ihn zäh und schlagfest, Styrol sorgt für Steifigkeit und eine glatte Oberfläche. ABS steckt Stöße gut weg, lässt sich formen, kleben, lackieren und bearbeiten – also genau das, was ein Anbauteil am Auto können muss.

Aus der Platte geformt

CSR fertigt die Teile aus ABS-Platten. In der Regel sind sie 4 mm stark, Scheinwerferblenden und Ladekantenschutz 2 mm. Für besonders beanspruchte Teile gibt es eine robuste Ausführung mit 10 mm Materialstärke – sie ist am Artikel ausdrücklich angegeben.

Bis auf die lackierfreundliche Ausführung tragen alle Platten eine dünne Deckschicht aus Acrylglas (PMMA), die schon bei der Plattenherstellung mit dem ABS verbunden wird. Sie macht die Oberfläche härter und kratzfester und schützt vor UV-Licht – das Teil bleibt auch nach Jahren in der Sonne farbstabil.

Tiefziehen statt Spritzguss

Die Platte wird erwärmt, bis sie weich ist, und per Vakuum über eine Form gezogen. Nach dem Abkühlen behält sie diese Form und wird auf die endgültige Kontur beschnitten. Weil dafür kein teures Stahlwerkzeug nötig ist, lohnt sich das Verfahren auch für Fahrzeuge, von denen nur wenige hundert Teile gebraucht werden. Deshalb gibt es CSR-Teile auch für ältere und seltenere Modelle.

Vom 3D-Scan zur Serie

Jedes Teil wird am echten Fahrzeug entwickelt: Die Karosserie wird dreidimensional gescannt, das Anbauteil auf diesen Daten konstruiert und ein erstes Teil am Auto angepasst. In Serie geht es erst, wenn es ohne Nacharbeit sitzt. Darum passen die Teile ohne Spachteln oder Schleifen – und darum ist bei jedem Artikel genau angegeben, für welches Modell und Baujahr es gebaut wurde.

Die Oberflächen im Überblick

  • Schwarz glänzend: Die tiefschwarze, glatte Oberfläche ist die UV-geschützte Acrylglas-Schicht selbst. Einbaufertig, keine Lackierung nötig.
  • Strukturiert schwarz matt: Die feine Struktur steckt bereits in der Platte. Unempfindlich gegen Fingerabdrücke und kleine Kratzer, einbaufertig.
  • Carbon-Optik (matt oder glänzend): Eine Dekorfolie in Carbon-Optik unter der Schutzschicht, absolut gleichmäßig. Einbaufertig.
  • Lackierfreundlich: Ohne Deckschicht und für die Lackierung vorbereitet – in Wagenfarbe oder einem Kontrastton.

Lackieren

ABS nimmt Lack gut an. Lackierfreundliche Teile werden gereinigt, mit Kunststoffgrundierung vorbehandelt und dann mit Basislack und Klarlack lackiert – wie jedes Kunststoff-Karosserieteil. Glänzende und Carbon-Optik-Teile sind dagegen fertig: Ihre Oberfläche ist das Endprodukt.

Kleben und Reinigen

Geklebte Teile werden mit 3M-Klebeband montiert. Das Band braucht mindestens 18 °C, erreicht bei 20 °C nach 24 Stunden rund 80 bis 90 % und nach 72 Stunden seine volle Klebekraft. Im Winter also bitte in der warmen Garage oder Werkstatt montieren und die Klebefläche vorher gründlich reinigen.

Zur Reinigung eignen sich Wasser, Seifenlösung und Alkohol. Aceton, Nitroverdünnung und Benzol greifen die Oberfläche an und dürfen nicht verwendet werden.

Häufige Fragen

Wird ABS bei Kälte spröde?
ABS ist sehr schlagzäh und wird ganzjährig am Auto eingesetzt. Nur für die Klebemontage gilt die Mindesttemperatur von 18 °C.

Vergilbt schwarzes ABS in der Sonne?
Nein. Alle einbaufertigen Oberflächen tragen die UV-schützende Acrylglas-Schicht, lackierfreundliche Teile schützt der Lack.

Kann ich ein glänzendes Teil trotzdem lackieren?
Technisch ja, nach Anschleifen und Kunststoffgrundierung. Sinnvoller ist die lackierfreundliche Ausführung, die genau dafür vorbereitet ist.

Teile aus GFK oder Fiberflex – vor allem Stoßstangen, Motorhauben und viele Frontansätze – erklären wir im Ratgeber GFK und Fiberflex.

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