Viele Karosserieteile in unserem Shop – Stoßstangen, Front- und Heckansätze, Seitenschweller, Heckflügel – sind aus GFK oder Fiberflex gefertigt. Hier erfährst du, was hinter den beiden Werkstoffen steckt, was du vor dem Lackieren wissen solltest und was bei Beschädigungen zu tun ist.
Was ist GFK?
GFK steht für glasfaserverstärkten Kunststoff. Glasfasermatten werden mit Kunstharz getränkt und härten aus: Die Fasern nehmen die Kräfte auf, das Harz gibt die Form. Das Ergebnis ist leicht, fest, rostet nicht und lässt sich auch zu großen, stark geschwungenen Teilen formen. Deshalb ist GFK im Tuning seit Jahrzehnten der Standard für Stoßstangen, Motorhauben und Kotflügel.
So entsteht ein GFK-Teil
Die Teile werden in Handarbeit laminiert. In die vorbereitete Form kommt zuerst das Gelcoat – eine eingefärbte Harzschicht, die später die glatte Außenseite des Teils bildet. Darauf werden die Glasfasermatten Lage für Lage eingelegt und mit Harz getränkt, ohne Lufteinschlüsse. Nach dem Aushärten wird das Teil entformt und beschnitten. Weil die Formen deutlich günstiger sind als Stahlwerkzeuge, lassen sich so auch Teile für seltenere Modelle in kleinen Stückzahlen herstellen.
Fiberflex – das flexible GFK
Fiberflex ist die Bezeichnung von CSR-Automotive für ein GFK mit einer eigenen Rezeptur aus Gelcoat, Harz, Härter und Matten. Es bleibt glasfaserverstärkter Kunststoff, ist aber deutlich elastischer. Bei einer leichten Berührung – beim Rangieren oder an der Bordsteinkante – gibt ein Fiberflex-Teil nach, statt zu brechen. Deshalb wird Fiberflex vor allem für Teile verwendet, die im Alltag schnell etwas abbekommen: Heckstoßstangen, Front- und Heckansätze, Verbreiterungen und Lufthutzen.
| GFK | Fiberflex | |
|---|---|---|
| Aufbau | Glasfasermatten, Harz, Gelcoat | wie GFK, mit elastischerer Rezeptur |
| Eigenschaften | hart, sehr formstabil, gut zu bearbeiten | elastisch, steckt kleine Stöße weg |
| Typische Teile | Frontstoßstangen, Motorhauben, Kotflügel, Flügelbretter | Heckstoßstangen, Front- und Heckansätze, Verbreiterungen |
| Lieferzustand | unlackiert, zum Lackieren | unlackiert, zum Lackieren |
Vor dem Lackieren: Vorarbeit einplanen
GFK- und Fiberflex-Teile werden unlackiert geliefert. Anders als fertig strukturierte ABS-Teile brauchen sie vor dem Lack die übliche Vorbereitung, die jeder Lackierbetrieb kennt:
- Probemontage am Fahrzeug, um die Passform zu prüfen und bei Bedarf anzupassen
- Anschleifen der Gelcoat-Oberfläche
- Spachteln kleiner Poren und Unebenheiten, anschließend Feinschliff
- Grundierung, Basislack und Klarlack
Diese Arbeitsschritte gehören zu jedem laminierten Teil und sind kein Mangel. Sprich sie am besten vorab mit deinem Lackierer ab. Beim Schleifen entsteht feiner Faserstaub – Atemschutz und Absaugung sind deshalb Pflicht.
Ausschnitte und Anpassungen
GFK lässt sich schneiden und schleifen. Ausschnitte für Auspuffblenden oder Parksensoren kann eine Fachwerkstatt sauber anpassen. Halte dich dabei an die Montageanleitung und die Angaben im Gutachten.
Was tun bei Rissen oder Kratzern?
Ein Riss ist bei GFK und Fiberflex kein Totalschaden: Ein Fachbetrieb schleift die Stelle an, laminiert sie neu, spachtelt und lackiert. Kratzer und Steinschläge im Lack sind normale Gebrauchsspuren wie bei jedem lackierten Karosserieteil und werden ebenso ausgebessert – sie sind kein Gewährleistungsfall.
Häufige Fragen
Ist Fiberflex ein anderes Material als GFK?
Nein. Fiberflex ist GFK mit einer elastischeren Rezeptur. Verarbeitung, Lackierung und Reparatur funktionieren genauso.
Kann ich GFK selbst mit der Sprühdose lackieren?
Das gelingt selten gut, weil Schliff, Spachtel und Grundierung sauber ausgeführt werden müssen. Ein Lackierbetrieb erzielt eine Oberfläche wie ab Werk.
Warum sind Stoßstangen nicht aus ABS?
Stoßstangen sind groß, tief geformt und werden ohnehin lackiert. GFK und Fiberflex lassen sich auch in kleinen Stückzahlen zu solchen Teilen formen und bei Bedarf anpassen.