Wer sein Fahrzeug mit Frontspoilern, Seitenschwellern, Heckansätzen oder kompletten Bodykits individualisieren möchte, stößt früher oder später auf die Frage: Welches Material ist eigentlich die beste Wahl?
Die am häufigsten verwendeten Materialien im Tuningbereich sind ABS-Kunststoff, PUR-Kunststoff und GFK. Jedes Material hat seine eigenen Eigenschaften, Vor- und Nachteile.
ABS Kunststoff
ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) gehört heute zu den beliebtesten Materialien für hochwertige Tuningteile.
Ein großer Vorteil von ABS-Kunststoff ist die Möglichkeit, verschiedene Oberflächen direkt bei der Produktion herzustellen. Dadurch müssen viele Teile nicht mehr zwangsläufig lackiert werden.
Typische Oberflächen sind:
- Schwarz glänzend (Glossy Black)
- Carbon-Look
- Struktur schwarz matt
- Schwarz matt (roh geliefert, Lackierung empfohlen)
Vorteile von ABS-Kunststoff
- Gute Passgenauigkeit
- Hohe Formstabilität
- Verschiedene Oberflächen möglich
- Oft keine Lackierung erforderlich (je nach Oberfläche)
- Geringes Gewicht
- Moderne Fertigungstechnik
Nachteile von ABS-Kunststoff
- Nicht so flexibel wie PUR
- Bei starken Belastungen spröder als PUR
PUR Kunststoff
PUR (Polyurethan) ist seit vielen Jahren ein beliebtes Material im Fahrzeugtuning.
PUR-Bauteile werden in der Regel schwarz matt geliefert und müssen vor der Montage lackiert werden.
Ein großer Vorteil ist die hohe Flexibilität des Materials. Kleinere Berührungen oder Belastungen können oft besser abgefangen werden als bei anderen Materialien.
Vorteile von PUR-Kunststoff
- Sehr flexibel
- Hohe Schlagfestigkeit
- Gute Haltbarkeit
- Bewährtes Material im Fahrzeugbau
Nachteile von PUR-Kunststoff
- Lackierung erforderlich
- Höhere Produktionskosten
- Weniger Oberflächenvarianten
PUR IHS Kunststoff
Einige Hersteller verwenden PUR IHS Kunststoff.
Dieses Material besitzt einen Schaumkern und wird meist in einer hellbeigen Farbe geliefert. Auch hier ist eine Lackierung vor der Montage erforderlich.
Vorteile von PUR IHS
- Sehr geringes Gewicht
- Gute Stabilität
- Hohe Flexibilität
- Gute Stoßfestigkeit
Nachteile von PUR IHS
- Lackierung erforderlich
- Höhere Herstellungskosten
GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff)
GFK war früher das Standardmaterial vieler Tuningteile und wird auch heute noch verwendet.
Die Bauteile werden in der Regel unlackiert geliefert und müssen vor der Lackierung an das Fahrzeug angepasst werden.
Gerade bei älteren oder besonders ausgefallenen Tuningteilen findet man GFK noch häufig.
Vorteile von GFK
- Günstige Herstellung
- Komplexe Formen möglich
- Reparaturen oft einfach möglich
Nachteile von GFK
- Anpassungsarbeiten häufig notwendig
- Lackierung erforderlich
- Höheres Risiko von Spannungsrissen
- Weniger flexibel als PUR
Unser Fazit
Für die meisten modernen Tuningteile ist ABS-Kunststoff heute die erste Wahl. Das Material bietet eine gute Passgenauigkeit, ein geringes Gewicht und kann in verschiedenen Oberflächen wie Glossy Black, Carbon-Look oder Struktur schwarz matt hergestellt werden.
PUR-Kunststoff überzeugt durch seine hohe Flexibilität und Schlagfestigkeit, benötigt jedoch grundsätzlich eine Lackierung.
PUR IHS kombiniert geringes Gewicht mit hoher Stabilität und Flexibilität, muss aber ebenfalls lackiert werden.
GFK wird heute seltener eingesetzt als früher. Das Material eignet sich weiterhin für spezielle Anwendungen, erfordert jedoch häufig Anpassungsarbeiten vor der Lackierung.
Wer Wert auf moderne Optik, gute Passgenauigkeit und verschiedene Oberflächen legt, fährt mit ABS-Kunststoff in den meisten Fällen am besten.
| Eigenschaft | ABS | PUR | PUR IHS | GFK |
|---|---|---|---|---|
| Lackierung notwendig | Teilweise | Ja | Ja | Ja |
| Flexibilität | Gut | Sehr gut | Sehr gut | Gering |
| Passgenauigkeit | Sehr gut | Gut | Gut | Anpassungen möglich |
| Oberflächenvarianten | Viele | Wenige | Wenige | Keine |
| Gewicht | Gering | Mittel | Gering | Mittel |